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Planet Saturn

Planet Saturn

Der Saturn ist der sechste und zugleich zweitgrößte Planet des Sonnensystems. Das auffälligste Merkmal des Saturns ist sein Ringsystem, das erstmals 1610 von Galileo Galilei mit einem der ersten Teleskope beobachtet wurde. Galilei erkannte jedoch nicht, dass die Ringe vom eigentlichen Planeten getrennt waren. Deshalb deutete er sie als Griffe (lateinisch ansae = Griffe). Der holländische Astronom Christiaan Huygens beschrieb die Ringe richtig. 1655 erstellte Huygens eine Schrift, die ein Anagramm enthielt. Die Buchstaben in diesem Anagramm bildeten in der richtigen Anordnung einen lateinischen Satz. Übersetzt lautet er: "Er ist von einem dünnen, flachen Ring umgeben, der ihn nirgends berührt und der zur Ekliptik geneigt ist." Die Ringe sind nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung benannt worden. Sie werden von innen nach außen als D-Ring, C-Ring, B-Ring, A-Ring, F-Ring, G-Ring, E-Ring und Phoebe-Ring bezeichnet. Heute ist bekannt, dass sie mehr als 100.000 einzelne kleine Ringe umfassen.




Kurzübersicht wichtiger Daten

Die Tabelle enthält eine kurze Zusammenfassung einiger markanter Eckdaten des Planeten Saturn sowie Vergleichsdaten zum Planeten Erde.

Merkmal Wert

Oberflächenschwerkraft = Fallbeschleunigung bzw. Oberflächenbeschleunigung im Vakuum
Albedo = Verhältnis zwischen einfallender und reflektierender Strahlung eines Körpers
Inklination = Neigung der Bahn des Objektes gegen die Ekliptik
Exzentrizität = Verhältnis des Abstandes zwischen den Brennpunkten der Ellipse zur Hauptachse
Perihel = sonnennächster Punkt der Bahn des Objektes
Aphel = sonnenfernster Punkt der Bahn des Objektes
Bahngeschwindigkeit = Geschwindigkeit, mit der das Objekt die Sonne umkreist
AE = Astronomische Einheit (mittlere Entfernung Erde-Sonne = 149.597.870 km)
Klassifikation nach Aufbau Gasplanet
Klassifikation nach Umlaufbahn Äußerer Planet
Äquatordurchmesser (in Relation zur Erde) 120.536 km (9,45)
Masse (relativ zur Erde) 568,46×1024 kg (95,1620)
Dichte (relativ zur Erde) 0,69 g/cm3 (0,12)
Oberflächenschwerkraft (in Relation zur Erde) 8,96 m/s2 (0,92)
Temperatur (minimal/maximal) -191/-130°C
Neigung der Achse gegen die Ekliptik 26,73°
Albedo 0,47
Inklination der Umlaufbahn 2,4840°
numerische Exzentrizität der Umlaufbahn 0,0542
Perihel der Umlaufbahn 1.349,467 Mio. km (9,02 AE)
Aphel der Umlaufbahn 1.503,983 Mio. km (10,05 AE)
Umlaufdauer 10.757,74 Tage (29,47 Jahre)
Rotationsdauer 0,44 Tage
Bahngeschwindigkeit (durchschnittlich) 9,638 km/s
Abplattung an den Polkappen 0,0980
Anzahl der bekannten Monde 60 + 1?



Innerer Aufbau und Zusammensetzung des Planeten Saturn

Die mittlere Dichte des Saturns beträgt nur ein Achtel der Erddichte, denn Saturn besteht hauptsächlich aus Wasserstoff. Der Druck innerhalb der Atmosphäre ist so groß, dass der Wasserstoff zu einer Flüssigkeit kondensiert. Weiter innen im Planeten wird der flüssige Wasserstoff zu metallischem Wasserstoff verdichtet. Letzterer ist elektrisch leitfähig. Offensichtlich sind elektrische Ströme in diesem metallischen Wasserstoff verantwortlich für das Magnetfeld des Planeten. Nach der so genannten Dynamotheorie diskutieren Astronomen, dass das Magnetfeld des Saturns durch die Dynamowirkung der Planetenrotation im Gebiet des metallischen Wasserstoffes erzeugt wird. Im Mittelpunkt des Saturns haben sich möglicherweise schwere Elemente angesammelt, die einen kleinen Gesteinskern bilden. Im Kern herrschen schätzungsweise Temperaturen von knapp 15.000 Grad Celsius.

Sowohl Jupiter als auch Saturn ziehen sich noch weiter durch ihre Gravitation zusammen, nachdem sie sich aus den Gas- und Staubnebeln verdichtet haben, aus denen sich das Sonnensystem vor über vier Milliarden Jahren bildete. Diese so genannte Kontraktion erzeugt Wärme. Deshalb strahlt der Saturn dreimal so viel Wärme in den Weltraum ab, wie er von der Sonne erhält.




Atmosphäre des Planeten Saturn

Die Atmosphäre des Saturns besteht überwiegend aus Wasserstoff (88%) und Helium (11%). Der Rest setzt sich aus Methan, Ammoniak, Wasserdampf und anderen Gasen wie Ethan, Acetylen und Phosphin zusammen. Die Bilder der Voyager-Sonden zeigten Wolkenwirbel und -strudel in den Tiefen eines Gasnebels, der aufgrund der niedrigeren Temperaturen des Saturns viel dichter ist als der des Jupiters. Die Temperaturen an der Wolkenobergrenze des Saturns liegen bei etwa -176 Grad Celsius. Das sind etwa 27 Grad Celsius weniger als die entsprechenden Regionen auf dem Jupiter aufweisen.

Gemäß der Beobachtung der Wolkenschichten beträgt die Rotationsperiode der Atmosphäre in Äquatornähe etwa zehn Stunden und elf Minuten. Radiostrahlung, die aus dem Inneren des Planeten kommt, lässt darauf schließen, dass der innere Teil des Saturns und seine Magnetosphäre eine Rotationsperiode von zehn Stunden, 39 Minuten und 25 Sekunden hat. Der Unterschied von ungefähr 28,5 Minuten zwischen diesen beiden Zeiten weist darauf hin, dass die Saturnwinde am Äquator Geschwindigkeiten von knapp 1.700 Kilometer pro Stunde haben.

Im Jahr 1988 entdeckten Forscher bei der Analyse der Voyager-Aufnahmen eine ungewöhnliche atmosphärische Erscheinung um den Nordpol des Saturns. Möglicherweise handelt es sich bei dieser Erscheinung um ein stehendes Wellenmuster, das sich sechsmal um den Planeten wiederholt und das Wolkenbänder in einiger Entfernung des Pols als riesiges dauerhaftes Sechseck erscheinen lässt.




Magnetfeld des Planeten Saturn

Das Magnetfeld des Saturns ist deutlich schwächer als das des Jupiters, seine Stärke beträgt nur etwa ein Drittel. Die Magnetosphäre des Saturns besteht aus einer Reihe von scheibenförmigen Strahlungsgürteln, in denen Elektronen und Atomkerne eingefangen werden. Die Strahlungsgürtel dehnen sich vom Mittelpunkt des Saturns über 2 Mio. Kilometer aus. Auf der sonnenabgewandten Seite sind es sogar noch mehr. Dabei schwankt die Größe der Magnetosphäre in Abhängigkeit von der Stärke des Sonnenwindes, also dem Strom der geladenen Teilchen, der von der Sonne kommt. Insgesamt stammen die Teilchen, die in den Strahlungsgürteln eingefangen werden, vom Sonnenwind, von den Saturnringen sowie den Monden. Aus einem Zusammenwirken der Magnetosphäre und der Ionosphäre, der obersten Schicht der Saturnatmosphäre, entsteht eine auroraartige Ultraviolettstrahlung.

Zwischen den Umlaufbahnen des größten Mondes, Titan, und der Umlaufbahn von Rhea befindet sich eine riesige ringförmige Wolke aus ungeladenen Wasserstoffatomen. Eine Plasmascheibe, möglicherweise bestehend aus Wasserstoff- und auch Sauerstoffionen, reicht von der Umlaufbahn von Tethys bis fast an die Umlaufbahn von Titan. Diese Scheibe rotiert fast synchron mit dem Magnetfeld des Saturns.




Ringsystem des Planeten Saturn

Die sichtbaren Ringe dehnen sich bis zu einer Entfernung von 136.200 Kilometer vom Mittelpunkt des Saturns aus. In vielen Bereichen sind sie möglicherweise nur fünf Meter dick. Man nimmt an, dass sie aus Ansammlungen von Gestein, gefrorenen Gasen und Eis bestehen. Die Größe der Teilchen beträgt zwischen weniger als 0,005 Millimetern bis etwa zehn Meter - also ist vom Staubkorn bis zum Felsblock alles vertreten. Auf der der Sonne zugewandten Seite weisen die Fragmente eine um einige Grad Celsius höhere Temperatur auf, was auf eine langsame Rotation der einzelnen Teilchen um sich selbst schließt. Ein Instrument an Bord von Voyager 2 zählte mehr als 100.000 einzelne Ringstrukturen im Saturnsystem. Untersuchungen mit einem Massenspektrometer haben ergeben, dass die Ringstruktur von einer dünnen Sauerstoffatmosphäre umgeben. Letzten Forschungsergebnissen zur Folge, beläuft sich das Alter der Saturnringe auf deutlich weniger als fünf Milliarden Jahre, jedoch mehr als 100 Millionen Jahre.

Die gegenseitigen Gravitationseinflüsse zwischen Ringen und Monden, die unter anderem unterschiedliche Dichten innerhalb der Ringe bewirken, sind noch nicht vollständig geklärt. Man nimmt jedoch an, dass einige kleinere Monde sich als "Schäfer" der sie umschließenden Ringe bzw. Ringbereiche betätigen und gelegentlich Material abgeben. Wenn die Resonanzen der Bahnverhältnisse zwischen Ring und Mond zu groß sind, entfernen die Monde Ringmaterial, was beispielsweise sehr deutlich an den Außenbereichen des A- und B-Rings zu beobachten ist. In der Vergangenheit wurden teilweise auch Blitze und andere elektro-magnetische Entladungen innerhalb des Ringsystems beobachtet.


Lange Zeit war unklar, warum die großen Planeten im Sonnensystem ausnahmslos vergleichsweise kleine Monde haben. Eine Simulation der Fragestellung am Computer hat ergeben, dass sich mit dem Mond der Erde vergleichbar groß proportionierte Monde bei großen Gasplaneten nicht entwickeln können. Das liegt in erster Linie daran, dass die Gasplaneten umgebende Materialscheibe aus Gas und Staub die Bewegung der Monde derart bremst, so dass sie zwangsläufig vom Planeten assimiliert werden. Erst nach Abschluss der Entwicklungsphase, also nachdem der Planet das Gros an Gas und Staub aus dem angrenzenden Raum abgebaut hat, können Monde dauerhaft entstehen. Aufgrund der dann vorhandenen Materialknappheit ist deren Größenentwicklung stark begrenzt.

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Übersicht aller bislang identifizierten Ringe und Teilungen des Saturn (die Objekte sind nach ihrer Entfernung zum Planeten sortiert):

Name des Rings Unterbrechnung Breite Entfernung zum Planeten

Entfernung zum Planeten = durchschnittliche Entfernung (entspricht der Midpoint Range)
Huygens-Teilung = nur mit Kleinstpartikeln lose gefüllter Raum
Teilung vs. Lücke = Unterbrechungen in Ringen werden sowohl Teilungen als auch Lücken genannt
1) = In 2006 auf Aufnahmen der Sonde Cassini entdeckter Ring zwischen Janus und Epimetheus
D-Ring
D68
D72
D73
Guerin-Teilung
7.500 km
? km
? km
30 km
148 km
66.900 km
? km
? km
? km
74.510 km
C-Ring

Colombo-Teilung
Titan-Teilung
Maxwell-Teilung
17.500 km

100 km
? km
270 km
74.658 km

77.800 km
77.800 km
87.491 km
B-Ring

Cassini-Teilung
Huygens-Teilung
25.500 km

4.700 km
285-400 km
92.000 km

117.580 km
117.680 km
A-Ring

Encke-Teilung
Keeler-Teilung
14.600 km

325 km
35 km
122.170 km

133.589 km
136.530 km
R/2004 S1
300 km 137.630 km
R/2004 S2
? km 138.900 km
F-Ring
30-500 km 140.180 km
R/2006 S1 1)
? km 151.450 km
G-Ring
5.000 km 170.000 km
E-Ring
302.000 km 181.000 km
Phoebe-Ring
6.000.000 km 12.000.000 km

Die Untersuchung der umfangreichen Beziehungen zwischen den einzelnen Ringen und den Monden sowie dem tatsächlichen Alter des Ringsystems wird eines der primären Ziele der Sonde Cassini sein.

Zur Entstehung des Ringsystems gibt es keine zufriedenstellende Erklärung. Als möglich wird die Kollision eines Mondes mit dem Planeten angesehen. Der Mond bestand, ähnlich den bekannten Saturnmonden, im Inneren aus Gestein und hatte einen Mantel aus Eis und war etwa so groß wie der Mond Titan. Im Laufe der Zeit bewegte sich der hypotetische Mond langsam auf den Planten zu. Die Gezeitenwirkung des Saturn löste langsam den Eismantel ab, so dass sich das Material in Form des heutigen Ringsystems sowie den inneren Monden Enceladus, Dione und Tethys sammelte. Der verbliebene feste Gesteinskern des Mondes stürzte leztendlich auf den Planeten.




Monde des Planeten Saturn

Zwischenzeitlich sind 60 gesicherte Saturnmonde bekannt - die Existenz eines weiteren Mondes, nämlich S/1995 S3, konnte nicht zweifelsfrei bestätigt werden. Ihre Durchmesser reichen von weniger als etwas mehr als 4 bis rund 5.150 Kilometer. Sie bestehen größtenteils aus Gestein und leichten gefrorenen eisartigen Substanzen. Die fünf größeren inneren Monde - Mimas, Enceladus, Tethys, Dione und Rhea - sind nahezu kugelförmig und bestehen größtenteils aus Eis. Gesteine könnten bis zu 40% der Masse von Dione ausmachen. Die Oberflächen der fünf Monde weisen viele Krater auf, die durch Einschläge von Meteoriten verursacht wurden.


Die nachfolgende Tabelle enthält eine Übersicht aller bislang entdeckten Monde des Planeten Saturn (die Objekte sind nach ihrer Entfernung zum Planeten sortiert):

Name des Mondes Typ Entdecker Durchmesser Entfernung

Entfernung = Distanz zur Wolkenobergrenze des Planeten
prograd = Bewegung auf der Umlaufbahn entgegengesetzt des Uhrzeigersinns (rechtläufig)
retrograd = Bewegung auf der Umlaufbahn im Uhrzeigersinns (rückläufig)
Mond Pan = Mond wurde nach der ersten Sichtung im Jahr 1981 nicht benannt
Mond S/1995 S3 = Mond wurde 1995 außerhalb des F-Rings entdeckt, jedoch nicht wieder gefunden
Typ = Klassifizierung bzw. Gruppierung der Satelliten
R = Gruppe der prograder regulären Satelliten
Rc = Gruppe der prograder regulären und koorbital umlaufender Satelliten
RcD = Gruppe der prograder regulären, mit Mond Dione trojanisch umlaufender Satelliten
RcT = Gruppe der prograder regulären, mit Mond Tethys trojanisch umlaufender Satelliten
IpG = Gallische Gruppe prograder irregulären Satelliten
IpI = Inuit-Gruppe prograder irregulären Satelliten
IrN = Nordische Gruppe retrograder irregulärer Satelliten
1) = Entdecker waren J.J. Kavelaars und B.J. Gladman
2) = Entdecker waren M. Holman und T.B. Spahr
3) = Entdecker war die Sonde Cassini-Huygens
4) = Entdecker waren D.C. Jewitt, S.S. Sheppard und J. Kleyna
5) = Entdecker waren D.C. Jewitt und S.S. Sheppard
6) = Entdecker war M.R. Showalter
7) = Entdecker war W.H. Pickering
8) = Entdecker waren S.S. Sheppard, D.C. Jewitt und J. Kleyna
9) = Entdecker war Cassini Imaging Science Team
A) = auch als Hyrokkin bezeichnet
Pan (ex S/1981 S13 und S/1990 S18) R 6) 35×35×23 km 133.584 km
Daphnis (ex S/2005 S1) R 3) 7 km 136.505 km
Atlas (ex S/1980 S28) R R. Terrile 46×38×19 km 137.670 km
Prometheus (ex S/1980 S27) R S.A. Collins 119×87×61 km 139.380 km
S/2004 S4 R 9) 4 km 140.100 km
S/2004 S6 R 9) 4 km 140.130 km
S/2004 S3 R 9) 4 km 140.300 km
Pandora (ex S/1980 S26) R S.A. Collins 103×80×64 km 141.720 km
Epimetheus (ex S/1980 S3) Rc R.L. Walker 135×108×105 km 151.422 km
Janus (ex S/1980 S1) Rc A. Dollfus 193×173×137 km 151.472 km
Mimas R F.W. Herschel 415×394×381 km 185.404 km
Methone (ex S/2004 S1) R 3) 3 km 194.440 km
Anthe (ex S/2007 S4) R
2 km 197.700 km
Pallene (ex S/2004 S2) R 3) 4 km 212.280 km
Enceladus R F.W. Herschel 513×503×497 km 237.948 km
Tethys R G.D. Cassini 1.066 km 294.619 km
Telesto (ex S/1980 S13) RcT H.J. Reitsema 29×22×20 km 294.619 km
Calypso (ex S/1980 S25) RcT D. Pascu 30×23×14 km 294.619 km
Dione R G.D. Cassini 1.123 km 377.396 km
Helene (ex S/1980 S6) RcD P. Laques 36×32×30 km 377.396 km
Polydeuces (ex S/2004 S5) RcD 3) 4 km 377.396 km
Rhea R G.D. Cassini 1.529 km 527.108 km
Titan R C. Huygens 5.151 km 1.221.931 km
Hyperion R W.C. Bond 410×260×220 km 1.481.010 km
Iapetus (oder Japetus) R G.D. Cassini 1.472 km 3.560.820 km
Kiviuq (ex S/2000 S5) IpI B.J. Gladman 16 km 11.297.800 km
Ijiraq (ex S/2000 S6) IpI 1) 12 km 11.355.316 km
Phoebe IrN 7) 120 km 12.869.700 km
Paaliaq (ex S/2000 S2) IpI B.J. Gladman 22 km 15.103.400 km
Skathi (ex S/2000 S8) IrN 1) 8 km 15.672.500 km
Albiorix (ex S/2000 S11) IpG 2) 32 km 16.266.700 km
S/2007 S2 IrN 4) 6 km 16.560.000 km
Bebhionn (ex S/2004 S11) IpG 4) 6 km 17.153.250 km
Erriapo (ex S/2000 S10) IpG 1) 10 km 17.236.900 km
Skoll (ex S/2006 S8) IrN 8) 6 km 17.473.800 km
Siarnaq (ex S/2000 S3) IpI 1) 40 km 17.776.600 km
Tarqeq (ex S/2007 S1) IpI 4) 7 km 17.920.000 km
S/2004 S13 IrN 4) 6 km 18.056.300 km
Greip (ex S/2006 S4) IrN 8) 6 km 18.065.700 km
Hyrrokkin (ex S/2004 S19) A) IrN ?) 8 km 18.168.300 km
Jarnsaxa (ex S/2006 S6) IrN 8) 6 km 18.556.900 km
Tarvos (ex S/2000 S4) IpG 1) 15 km 18.562.800 km
Mundilfari (ex S/2000 S9) IrN 1) 7 km 18.725.800 km
S/2006 S1 IrN 8) 6 km 18.930.200 km
S/2004 S17 IrN 4) 4 km 19.099.200 km
Bergelmir (ex S/2004 S15) IrN 4) 6 km 19.104.000 km
Narvi (ex S/2003 S1) IrN 5) 7 km 19.395.200 km
Suttungr (ex S/2000 S12) IrN 1) 7 km 19.579.000 km
Hati (ex S/2004 S14) IrN 4) 6 km 19.709.300 km
S/2004 S12 IrN 4) 5 km 19.905.900 km
Farbauti (ex S/2004 S9) IrN 4) 5 km 19.984.800 km
Thrymr (ex S/2000 S7) IrN 1) 7 km 20.278.100 km
Aegir (ex S/2004 S10) IrN 4) 6 km 20.482.900 km
S/2007 S3 IrN 4) 5 km 20.518.500 km
Bestla (ex S/2004 S18) IrN 4) 7 km 20.570.000 km
S/2004 S7 IrN 4) 6 km 20.576.700 km
S/2006 S3 IrN 8) 6 km 21.076.300 km
Fenrir (ex S/2004 S16) IrN 4) 4 km 21.930.644 km
Surtur (ex S/2006 S7) IrN 8) 6 km 22.288.916 km
Kari (ex S/2006 S2) IrN 8) 7 km 22.321.673 km
Ymir (ex S/2000 S1) IrN B.J. Gladman 18 km 22.429.673 km
Loge (ex S/2006 S5) IrN 8) 6 km 22.984.322 km
Fornjot (ex S/2004 S8) IrN 4) 6 km 24.504.879 km

S/1995 S3?

?

A. Bosh

? km

? km

In den Jahren 2000 bis 2006 wurden mehrere kleine Monde außerhalb des A-Ringes und in der Nähe des F-Ringes und des G-Ringes entdeckt. Dabei geben die beiden Monde Prometheus und Pandora hinsichtlich ihres Bahnverlaufes den Wissenschaftlern immer neue Rätsel auf - bislang ist nicht geklärt, welchen mechanischen Einflüssen diese Trabanten unterworfen sind. Noch nicht ganz gesichert ist die Entdeckung von vier so genannten trojanischen Monden von Tethys und eines trojanischen Mondes von Dione. Der Begriff trojanisch wird für Himmelskörper wie Monde oder Asteroiden verwendet, die in stabilen Bereichen vorkommen und die dem Himmelskörper auf seiner Bahn um einen Planeten oder die Sonne vorauseilen oder folgen. Ein ähnliches Phänomen kann man auch bei der Asteroiden-Gruppe der Trojaner beobachten.

Am 7. August 2000 haben Astronomen der europäischen Südsternwarte La Silla in Chile zwei weitere Monde entdeckt. Die letzten Monden wurden nun von einem internationalen Wissenschaftlerteam entdeckt. Die Existenz der Monde Siarnaq (ex S/2000 S3) und Tarvos (ex S/2000 S4) galt lange Zeit als nicht gesichert, konnte jedoch durch spätere Beobachtungen letztendlich verifiziert werden. Am 5. Februar 2003 entdeckten Scott S. Sheppard und David C. Jewitt den Mond Narvi (ex S/2003 S1). Am 13. April 2007 sowie am 01.05.2007 vermeldeten Scott S. Sheppard, David C. Jewitt und J. Kleyna nach Auswertung einiger Aufnahmen mit dem Subaru-Teleskop die Entdeckung der Monde S/2007 S1 sowie S/2007 S2 und S/2007 S3.

Das Gros der so genannten irregulären Monde wurde erst in den Jahren 2000 bis 2003 sowie 2006 mittels auf der Erde stationierter Teleskopen im Rahmen des Hawaii Irregular Satellites Survey (HISS) entdeckt. Die Mission der Sonde Cassini entdeckte 2004 die Monde Methone (ex S/2004 S1), Pallene (ex S/2004 S2) und S/2004 S3. Weitere Aufnahmen der Mission zeigen Hinweise auf weitere, bislang unentdeckte Monde.




Erforschung des Planeten Saturn und seiner Monde

Von der Erde aus betrachtet erscheint der Saturn als gelblicher Himmelskörper - einer der hellsten am nächtlichen Himmel. Mit einem Teleskop kann man den A-Ring und den B-Ring leicht sehen, D-Ring und E-Ring hingegen lassen sich nur unter optimalen Bedingungen beobachten. Mit sehr großen Teleskopen hat man neun größere Monde ermittelt - insgesamt sind heute 56 Monden bekannt. In der Gashülle des Saturns sind helle Gürtel und Zonen, die parallel zum Äquator verlaufen.

Drei amerikanische Raumsonden brachten weitere Erkenntnisse über das Saturnsystem. Die Raumsonde Pioneer 11 flog im September 1979 am Saturn vorbei, es folgten Voyager 1 im November 1980 und Voyager 2 im August 1981. Diese Raumsonden hatten Kameras und Instrumente an Bord, die die Strahlungen im sichtbaren, ultravioletten, infraroten und Radiowellenbereich des elektromagnetischen Spektrums registrierten. Außerdem waren die Sonden mit Instrumenten zur genaueren Untersuchung von Magnetfeldern und zum Aufspüren von geladenen Teilchen und interplanetaren Staubkörnern ausgerüstet.

Augenblicklich befindet sich die amerikanisch-europäische Sonde Cassini mit der Landekapsel Huygens auf dem Weg zum Saturn. Die Ankunft im Saturnsystem ist für das Jahr 2004 geplant. Eine ausführliche Beschreibung dieser Mission sowie einen Status der Mission finden Sie auf den Internetseiten des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.

Weitere Informationen zum Thema Planet Saturn und seinen Monden sind auf den folgenden Websites verfügbar:

Für weitere Recherchen sind der Preprint-Server arXiv sowie die teilweise kostenpflichtigen Online-Archive der Zeitschriften Bild der Wissenschaft und Spektrum der Wissenschaft zu empfehlen.

Die Querverweise zu den im Artikel genannten Personen verweisen in der Regel auf Einträge in der Online-Enzyklopädie Wikipedia und sind in deutscher Sprache.




DVD/Buch-Tipp zum Planeten Saturn und seinen Monden

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Die Empfehlungen verweisen auf Angebote von Thalia und/oder den Verlag Komplett-Media und sind in deutscher oder englischer Sprache. Für die Verfügbarkeit kann keine Gewährleistung übernommen werden.