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Venustransit 2004

Erstmalig seit dem Jahr 1882 konnte man am 8. Juni 2004 wieder einen der äußerst seltenen Durchgänge des Planeten Venus vor der Sonne beobachten. Zwischen 7:20 Uhr und 13:20 Uhr zog der Planet vor der Sonne entlang und konnte in weiten Teilen der Welt gut beobachtet werden. Das nächste Mal wird die Venus am 6. Juni 2012 vor unserem Zentralgestirn vorüberziehen. Danach bietet sich bis zum 11. Dezember 2117 keine weitere Möglichkeit, das Himmelsschauspiel zu beobachten.

Die Ursache für die Seltenheit dieses Phänomens liegt in der Tatsache begründet, dass die Umlaufbahn des Planeten Venus um die Sonne gegenüber der Bahn der Erde um rund 3,4 Grad geneigt ist und in 99% aller Fälle der unteren Konjunktion der Venus, wenn sich der Planet Venus also zwischen Erde und Sonne befindet, ober- oder unterhalb der Sonne vorbei zieht. Ein möglicher Transit, also eine untere Konjunktion der Venus, tritt alle 579 bis 589 Tage ein. Dann überholt der Planet die Erde und wechselt gleichzeitig vom Abend- zum Morgenstern.

Im Gegenzug zur unteren Konjunktion tritt die obere Konjunktion, die, wie die untere Konjunktion, nur bei den inneren Planeten Merkur und Venus möglich ist, dann ein, wenn sie sich hinter der Sonne, also im von der Erde aus nicht sichtbaren Bereich befinden.

Neben der Venus kann auch der Merkur vor der Sonne vorbeiziehen. Das entspricht dann einem so genannten Merkurtransit. Die Wahrscheinlichkeit eines Merkurtransits ist dabei deutlich höher im Gegensatz zu Transits der Venus. Da der Planet Merkur jedoch in der Regel nur in sehr geringer Höhe über dem Horizont zu beobachten ist, sind solche Ereignisse recht schwierig zu beobachten.

Die Beobachtung der Venusdurchgänge war für frühere Astronomen in so fern von Bedeutung, als dass man, den Durchgang von verschiedenen Orten auf der Erde aus beobachtet, daraus die exakte Entfernung der Erde zur Venus bestimmen konnte. Dies war auch eine der wichtigen Aufgaben des englischen Seefahrers und Entdeckers James Cook, der am 3. Juni 1769 das Ereignis auf Tahiti im Pazifischen Ozean beobachten ließ, wären zum gleichen Zeitpunkt Astronomen in England ebenfalls das Phänomen aufzeichneten.


Bild 1: Venustransit 2004

Planet Venus vor der Sonne
Aufnahme vom 8. Juni 2004 um 08:31 Uhr CEST während des Transits vom VDS-Team



Bild 2: Venustransit 2004

Planet Venus vor der Sonne
Aufnahme vom 8. Juni 2004 um 10:26 Uhr CEST während des Transits vom VDS-Team


Bild 3: Venustransit 2004

Planet Venus vor der Sonne
Aufnahme vom 8. Juni 2004 während des Transits von Drew Vics



Bild 4: Venustransit 2004

Planet Venus vor der Sonne
Aufnahme vom 8. Juni 2004 um 11:09 Uhr EDT während des Transits von Petur Nielsen


In der heutigen Zeit ist der Transit für Astronomen in so fern interessant, als dass sich bei dem Durchgang die hohe bzw. äußeren Atmosphäre des Planeten Venus spektrographisch untersucht werden kann. Dazu nutzen Astronomen ein Sonnenteleskop des Kiepenheuer-Instituts auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa und nahmen Spektren im infraroten Wellenlängenbereich auf. Diese Daten können Rückschlüsse auf die Bewegung der Wolken auf der Venus ermöglichen. Diese Technik wird auch zur Suche von extraterrestrischen Planeten erfolgreich angewendet.

Weitere Informationen zum Thema sind auf den folgenden Websites verfügbar:

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