Hubble Ultra Deep Field (HUDF)
Im März 2004 stellte das seit dem 25. April 1990 in einer Umlaufbahn um die Erde befindliche US-amerikanische Weltraumteleskop Hubble wieder einmal unter Beweis, zu welchen beeindruckenden Leistungen es fähig ist. Zwischen dem 24. September 2003 und dem 16. Januar 2004 wurde, verteilt auf über 400 Erdumläufe, eine vergleichsweise winzige Stelle (1/67-tel des Durchmessers des Vollmondes) im Sternbild Fornax insgesamt eine Million Sekunden oder 11 Tage, 13 Stunden, 46 Minuten und 40 Sekunden belichtet. Aus den insgesamt 800 während der Beobachtungskampagne gewonnen Einzelaufnahmen entstand das Hubble Ultra Deep Field (HUDF).
In diesem Bereich, unterhalb des Sternbildes Orion, welcher selbst mit relativ leistungsfähigen Teleskopen praktisch leer, konnte das Hubble Space Telescope (HST) rund 10.000 Objekte (vorwiegend Galaxien) ausmachen. Die abgelichteten Galaxien sind so genannte Urgalaxien. Ihre Entfernung wird auf rund 12 bis 13 Milliarden Lichtjahre geschätzt. Im direkten Vergleich der aktuellen Aufnahme mit den beiden Langzeitaufnahmen Hubble Deep Field (HDF) und Hubble Deep Field South (HDF-South) aus den Jahren 1995 und 1998, auf denen damals relativ junge Galaxien zu sehen waren, sind auf der aktuellen Aufnahme quasi die Anfänge der Bildung von Galaxien mit einem Alter von rund 800 Millionen bis eine Milliarde Jahre zu beobachten. Die Aufnahme aus dem März 2004 stimmen dabei gut mit früheren Beobachtungen des Gemini-South-Telescope in Chile im infraroten Spektralbereich überein. Im Grunde helfen diese aktuellen Daten den Astronomen, die fundamentalen Zusammenhänge im Frühstadium der Expansion des Universums besser zu verstehen.
Die ersten beiden Aufnahmen zeigen eine breite Masse von Galaxien verschiedener Größen und Farben. Neben einer Fülle von klassischen Spiral- und elliptischen Galaxien ist auch eine große Anzahl merkwürdig geformter Sternensysteme zu sehen. Viele von ihnen scheinen miteinander zu interagieren. Diese Mischung und Konstellation steht dabei im Einklang mit bisherigen Erkenntnissen und Vorhersagen zum Zustand des Universums etwa 800 Mio. Jahre nach dem Urknall. Aus der Analyse der Daten des Systems Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer (NICMOS) geht hervor, dass einige der abgebildeten Galaxien eine Rotverschiebung zwischen 7 (Alter rund 800 Mio. Jahre) und 12 (Alter rund 400 Mio. Jahre) aufweisen. Diese Angaben lassen sich aber erst im Rahmen der weiteren Auswertung der Daten vollständig bestätigen.
Die außerordentliche Qualität der aktuellen Aufnahmen des Hubble Space Telescope (HST) sind der im Jahr 2002 installierten Advanced Camera for Surveys (ACS) zu verdanken. Sie ersetzte die im Jahr 1993 installierte Wide Field and Planetary Camera II (WFPC-II), die nur ein Viertel der Empfindlichkeit der ACS hatte.
Weitere Informationen zum Thema sind auf den folgenden Websites verfügbar:
- Projekt Deep Field des Space Telescope Science Institute (STScI)
- Projekt Deep Field South des Space Telescope Science Institute (STScI)
- Projekt Ultra Deep Field des Space Telescope Science Institute (STScI)
Ein noch tieferer Blick in das Universum wird vermutlich erst mit James Webb Space Telescope (JWST), welches im Jahr 2011 seine Arbeit aufnehmen soll, oder mit so genannten Gravitationslinsen, wie die Galaxie Abell 2218, möglich sein.
Hinsichtlich der Verfügbarkeit der Angebote kann keine Garantie übernommen werden. Die hier verwendeten Aufnahmen stehen unter NASA/STScI Public License.







