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James Webb Space Telescope (JWST)

Die Astronomen haben in der letzten Hälfe des 20. Jahrhunderts eine ganze Reihe außerordentlicher Entdeckungen gemacht, die unser Verständnis vom Universum revolutioniert haben. Das Wissen über das Universum und dessen Entstehung hat sich innerhalb eines Menschenlebens exponentiell vergrößert. Im Geiste dieser Forschung ist es notwendig, die nach wie vor Fülle von bislang unbeantworteten Fragen zu klären.

Um das Verständnis von der Entstehung und Entwicklung unseres gegenwärtigen Universums zu verbessern, ist es erforderlich, eine völlig neue Art von Teleskop zu entwickeln, da die für diesen Zweck benötigten Eigenschaften von heutigen Erdgestützten oder im Weltraum befindlichen Geräten nicht geboten werden können.


Bild 1: Modell des James Webb Space Telescope (JWST)

James Webb Space Telescope (JWST)
Aktuelle konzeptionelle Studie des Weltraumteleskops



Bild 2: Forschungsgebiet des JWST/NGST im Kontext

Forschungsbereich des Teleskops
Schematische Übersicht des Forschungsbereiches


Das James Webb Space Telescope (JWST), dessen Konzept ursprünglich unter dem Namen Next Generation Space Telescope (NGST) begonnen wurde, soll den Wissenschaftlern dabei helfen, den Ursprung des Universums und der Menschheit zu erklären. Zu den wichtigsten Fragestellungen, die mit Hilfe des James Webb Space Telescope (JWST) beantworten werden sollen, zählen die nachfolgend genannten:


Um diese Fragen zu klären ist es notwendig, mehr über die in der Frühzeit unseres Universums entstandenen Objekte zu erfahren. Diese Objekte sind sehr weit von der Erde entfernt und haben eine extreme Rotverschiebung. Eine Beobachtung respektive Spektroskopie des Lichtes dieser Objekte ist somit nur im infraroten Bereich des Spektrums möglich.

Das James Webb Space Telescope (JWST) wird für diesen Bereich des Lichtes prädestiniert sein. Dabei liegt der Beobachtungsbereich des 6,50 Meter großen und aus 18 sechseckigen Segmenten bestehenden Hauptspiegels primär auf dem Licht mit einer Wellenlänge von 0,6 bis 28 Mikrons. Es wird damit möglich sein Objekte zu beobachten, die 400 mal schwächer sind, als die mit den größten Erdgebundenen (Keck Observatorium, Very Large Telescope (VLT) und Gemini Observatory) oder den im Weltraum stationierten Teleskopen augenblicklich beobachtbar sind. Die angestrebte Schärfe und Auflösung der Aufnahmen wird mit denen des Hubble Space Telescope (HST) vergleichbar sein. Einen ersten Eindruck vermittelt die vom Hubble Space Telescope gemachte Aufnahme Hubble Ultra Deep Field (HUDF).

Besonderes Augenmerk wird dabei auf der Beobachtung von Sternen und Galaxien liegen, die zu den ersten Objekten in unserem Universums gehörten. Auch die Observation von extrasolaren Planetensystemen wird eine bedeutende Rolle spielen.

Das Teleskop soll voraussichtlich im Jahr 2013 fertig gestellt werden und in einer 1,5 Mio. Kilometer von Erde entfernten Umlaufbahn am so genannten L2-Punkt, also im Halbschatten der Erde stationiert. Die erwartete Betriebsdauer beträgt ungefähr 5 bis 10 Jahre. Von den drei ursprünglich zur Auswahl stehenden Konzepten zum Aussehen und Aufbau des Teleskops wurde der Entwurf von Northrop Grumman ausgewählt.

Hinsichtlich der Verfügbarkeit der Angebote kann keine Garantie übernommen werden. Einige der hier verwendeten Aufnahmen steht unter NASA Public License.