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Chandra Röntgenteleskop

Chandra ist das gemeinsam mit dem Hubble Space Telescope (HST) und dem Compton Gamma Ray Observatory (CGRO) das dritte Projekt im Bereich der extraterrestrischen Großteleskope und zugleich das größte Röntgenteleskop im Weltall. In einer großen elliptischen Umlaufbahn kann das automatisierte Teleskop Chandra viele Milliarden Lichtjahre entfernte Röntgenquellen beobachten. Die Sonde wurde am 25. Juli 1999 mit dem Space Shuttle Columbia - dem ältesten der vier Shuttles bis 2003 - im Rahmen der Mission STS-93 in den Orbit befördert.

Die Wahl eines außerhalb der Erde befindlichen Teleskops läßt sich im Wesentlichen damit begründen, dass die Erdatmosphäre den größten Teil der extrasolaren Röntgenstrahlung absorbiert.

Die folgenden Aufnahmen stellen einen kleinen Auszug aus dem bisherigen Programm des Projektes dar und sollen die beeindruckenden Möglichkeiten von Chandra dokumentieren:

Bild 1: Chandra Spacecraft

Chandra X-Ray Observatory



Künstlerische Illustration des Weltraumteleskops in der Umlaufbahn um die Erde.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 2: Galaxie M 82

M 82



Die Galaxie M 82 - in rund 11 Mio. Lichtjahren Entfernung - ist das der Milchstraße nächstgelegene Sternsystem. Im wesentlichen Besteht dieses Objekt aus einer Vielzahl explodierter, früher sehr massereicher Sterne, welche die Galaxie maßgeblich geformt haben. Die hellen Spots im Zentrum der Aufnahme stellen die Überreste einer Supernova sowie eine Reihe von Röntgenstrahlen-Doppelsternen dar. Das Leuchten der Röntgenquellen lässt vermuten, dass sich hier ein schwarzes Loch befindet.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 3: Sagittarius A im Zentrum der Milchstraße

Sagittarius A



Die Aufnahme zeigt das Zentrum unserer Galaxie mit dem sehr massiven Stern Sagittarius A, einem potentiellen Kandidaten für ein schwarzes Loch. Die Wolke um den Stern besteht hauptsächlich aus heißem Gas, welches eine Temperatur von mehr als 1 Million Grad hat und von dem Sagittarius A im Zentrum der Wolke zum Leuchten im Röntgenbereich angeregt wird.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 4: Supernova SN 2006gy

SN 2006gy



Im September 2006 entdeckten Wissenschaftler in der knapp 240 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 1260 die bislang hellste Supernova SN 2006gy. Der Stern mit rund 150 Sonnenmassen schleuderte lange Zeit vor seiner finalen Explosion große Mengen Material in seine Umgebung - ein ähnliches Phänomen kann man auch bei dem Supernova-Kandidaten η Carinae, einem rund 7.000 Lichtjahre entfernten Stern in unserer Galaxie der Milchstraße, beobachten.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 5: Supernovaüberrest E0102-72

E0102-72



Die Überreste der Supernova mit der Bezeichnung E0102-72 bilden eine riesige, rund 30 Lichtjahre große Ringformation aus mehren Millionen Grad heißem Sauerstoff, der ursprünglich im Inneren eines sehr massereichen Sterns entstanden ist. Die Formation E0102-72 befindet sich in der kleinen Magellanschen Wolke, einer kleinen Nachbargalaxie aus der so genannten lokalen Gruppe in rund 200.000 Lichtjahre Entfernung von der Erde.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 6: Stern Eta Carinae

η Carinae



η Carinae ist ein blau leuchtender veränderlicher Stern mit mehr als 100 Sonnenmassen im Sternbild Carina und gleichzeitig bekannt als hellster Stern unserer Galaxie. Er gehört zum Nebel NGC 3372 und strahlt rund 5 Millionen Mal mehr Energie wie unsere Sonne aus. Er ist sehr instabil und man geht davon aus, dass sich dieser Stern jederzeit zu einer Supernova entwickeln könnte. Eine derartige Explosion des rund 7.000 Lichtjahre entfernten Objektes würde ein einmaliges, selbst auf der Erde mit bloßem Auge gut zu beobachtendes Himmelsschauspiel ergeben.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 7: Planet Saturn

Saturnringe



Die Quelle der Fluoreszenz der Ringe des Planet Saturn sind die Wassermoleküle, die einen wichtigen  Bestandteil des Ringmaterials stellen. Die Röntgenstrahlung der Sonne spaltet dabei einen Teil der Sauerstoffatome von den Wassermolekülen ab. Die Röntgenstrahlung stammt dabei hauptsächlich vom B-Ring. Auch im Röntgenbereich ist die bereits aus optischen Aufnahmen bekannte Speichenbildung im Ringsystem erkennbar. Sie erscheint in Form von leichten Schatten.

©NASA/CXC/SAO
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Bild 8: Planet Venus

Planet Venus
In einer Höhe von 120 bis 140 Kilometern verursachen in der Atmosphäre des Planeten Venus befindliche Wassermoleküle, die von einfallender, hochenergetischer Röntgenstrahlung von der Sonne teilweise gespalten werden, Fluoreszenzleuchten. Ein recht ähnliches Phänomen ist auch im Ringsystem des Planeten Saturn zu beobachten.

©NASA/CXC/SAO
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Seinen Namen erhielt Chandra von dem indisch-amerikanischen Nobelpreisträger Subrahmanyan Chandrasekhar, der einer der ersten NASA-Astronomen auf dem Gebiet der Erforschung extraterrestrischen Röntgenstrahlung war.

Weitere Informationen zur Mission von Chandra sowie Forschungsergebnisse und Hintergrundinformationen sind auf den folgenden Websites verfügbar:

Hinsichtlich der Verfügbarkeit der Angebote kann keine Garantie übernommen werden. Die hier verwendeten Aufnahmen stehen unter NASA/CXC/SAO Public License.