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Planet X: Neuer Planet im Sonnensystem?

Am äußeren Ende unseres Sonnensystems vermuten Astronomen einen weiteren Planeten: Rund tausendmal weiter von der Sonne entfernt als der Zwergplanet respektive Kuiperoid (134340) Pluto, mit einer Masse größer als Jupiter und mit seltsamer Flugrichtung, würde ein solcher Planet die Ungereimtheiten in der Bewegungsbahn zahlreicher entfernter Kometen erklären.

Die Berechnungen eines britischen und eines amerikanischen Astronom schreiben dem Planeten jenseits von Pluto eine Umlaufzeit von fast sechs Millionen Jahren zu. Zudem kann es sich nicht um ein echtes Mitglied der Planetenfamilie handeln, da er in entgegengesetzter Richtung um die Sonne rotiert. Möglicherweise stammt er aus einem anderen Sonnensystem, dem er "entkam", bis er auf seinem Weg durch die Galaxie von der Masse unserer Sonne eingefangen und festgehalten wurde.

Dr. John Murray von der britischen Open University untersuchte über mehrere Jahre hinweg die Bahn von Kometen in den äußersten Regionen unseres Sonnensystems, in der so genannten Oortschen Wolke. Dort verbringen diese Körper aus Stein und Eis Millionen von Jahren, bevor sie durch die Gravitationskräfte von vorbeiziehenden Sternen in eine Umlaufbahn um die Sonne und damit ins Blickfeld der Astronomen geraten. Aus der Flugbahn von 13 dieser langperiodischen Kometen schließt Murray auf die Existenz eines massiven Einzelobjektes, das jeden seiner "Probanden" in seine jetzige Umlaufbahn abgelenkt haben muss. Der Effekt sei recht deutlich, so Murray gegenüber der BBC, nur mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu 1.700 könne es sich um Zufall handeln. Ob der Kuiper-Gürtel unter Umständen auch eine Erklärung dieses Phänomens ist, wurde nicht näher erläutert.

Seine Berechnungen präsentiert er in den Monthly Notices der Royal Astronomical Society. Ähnliche Untersuchungen aus den USA unterstützen Murrays Erkenntnisse: Prof. John Matese von der University of Louisiana veröffentlichte seine Berechnungen mit vergleichbaren Schlussfolgerungen im Fachjournal Icarus.