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Wortmarke vs. Wortschatz

Die Linux-Nutzer dürften das wohl bekannteste Beispiel des Wortmarken-Kriegs noch recht gut in Erinnerung haben: Der Streit zwischen dem deutschen Linux-Portal Linux.de und Microsoft wegen der Verwendung des Slogans "Where do you want to go tomorrow", welcher in etwas abgewandelter Form, nämlich "Where do you want to go today", von Microsoft als Wortmarke geschützt ist. Auch Intel - mit dem Slogan "This way in" - und die Citibank - mit "Where Money lives" - haben sich ein ähnliches Denkmal gesetzt.

Nichts gegen eine öffentliche Verbreitung einer Corporate-Identity, doch lassen sich mögliche Konsequenzen in der Zukunft kaum abschätzen.

Man kann an dieser Stelle ein kleines Szenario erstellen: Man stellt sich einmal vor, dass diese Form des Ausverkaufes des gesamten Wortschatzes in den nächsten Jahren weiter voranschreitet. Eine Konsequenz wäre die Schaffung eines recht teurer Problems für den normalen Nutzer. Jede halbwegs kommerziell orientierte Äußerung in der Öffentlichkeit, jede geschäftliche E-Mail an einen Kollegen und jedes geschäftliche Dokument würde eine potentielle Markenschutzverletzung beinhalten.

Am Beispiel von elektronischen Dokumenten kann man sich aber eine mögliche Lösung vorstellen. Die Hersteller von Schreibprogrammen ergänzen die Synonym-Funktion um die Suche und die Ersetzung von markenrechtlich geschützten Begriffen. Diese Funktion muss natürlich wöchentlich oder monatlich aktualisiert werden, so dass der User sich mal eben ein 100 MB Update aus dem Internet laden darf und zusätzlich berechnet der Hersteller der entsprechenden Software dem Nutzer für jede erfolgreiche Ersetzung von problematischen Begriffen eine Gebühr - denn es wäre ja ohne viel teuer.

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das beschriebene Szenario nicht bewahrheitet.